B21F6BB4-1C5E-4341-9402-72115F03EA26 14. Juni 2019

Kommentar: Smart City

  • Smart City
Auf einmal ist Smart City wieder heiß. Lange Zeit als Vertriebstool großer IT Unternehmen mißbraucht und deshalb von Bürgern unverstanden und von Verwaltung ungeliebt, erfreut es sich einer gewissen Renaissance.

Immer mehr Menschen leben in Städten – im Jahre 2050 wird es 70% der Weltbevölkerung sein, die auf 2% der Fläche lebt. Das zu managen, wird eine der zentralen Herausforderungen der Zukunft sein.

Management hat hierbei weniger mit Technologie zu tun, sondern damit, das System zu verstehen. Und das System besteht im Wesentlichen aus Menschen und nicht aus Infrastruktur. Zu verstehen, was die Menschen brauchen, um ihr zunehmend digital transformiertes Leben besser bewältigen zu können, ist der Schlüssel zu smarten Städten. Dabei ist es keineswegs so, dass Verwaltung oder Unternehmen hier immer in der Pflicht sein müssen. Der Mensch selber kann und soll teilhaben an der Gestaltung seines künftigen Lebens.

Dazu braucht es sicherlich Instrumente der Information und der Partizipation. Beides ist in Deutschland erstaunlich schwach entwickelt, viele skandinavische Länder sind da weiter: Schweden, Finnland, Estland, Norwegen. Warum sind die weiter? Das Mindset der Menschen dürfte der Schlüssel sein. Wenn das Mindset im Grunde offen ist, im Grunde lösungsorientiert und im Grunde mit vielen Widrigkeiten gelernt hat, umzugehen, erschließen sich schneller innovative Lösungen und finden auch Akzeptanz, weil sie aus dem Menschen und seinen Kernbedürfnissen heraus entstehen.

Es ist uns lange Zeit viel zu gut gegangen, um uns mit Smart City wirklich auseinandersetzen zu müssen. Jetzt ist es an der Zeit, die Ärmel aufzukrempeln, weil wir heute die Weichen für das Morgen unserer Kinder stellen müssen.

Ein Kommentar von Christian von den Brincken, GF Business Development bei Ströer